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Balkan 2025

Der Balkan ist das nahe Ausland Europas – und das unbekannteste. Hier beginnt der Kontinent für viele erst richtig: die Kriege noch nicht verdaut, die EU-Mitgliedschaft noch nicht erreicht, die Geschichte noch nicht abgekühlt. Serbien demonstriert. Albanien träumt. Bosnien wartet. Nordmazedonien auch. Im November 2025 reiste der 20. Jahrgang der Reportageschule durch vier dieser Länder. Zehn Reporter, fünf Geschichten. Sie fanden einen Belgrader Turm, in dem alle Widersprüche Serbiens stockwerksweise wohnen. Eine Künstlerin, die in der Villa des Diktators schläft, der ihre Familie vernichtete. Bosnier, die aus der Diaspora nach Hause kommen, um ihre Stiere kämpfen zu sehen. Männer, die Ertrunkene aus der Drina fischen und ihnen zumindest die Namen zurückgeben. Und zwei Freundinnen in Skopje, die aus den ärmsten Vierteln Europas raus wollen – jede auf ihre Art. Erschienen sind die Reportagen in der Zeit, bei GEO, im NZZ am Sonntag Magazin.

Wut im Westtor

Von Jonas Lüth und Leon Meckler

Während im Zentrum Belgrads neue Glasfassaden glänzen, verlottert am Stadtrand eine Ikone Jugoslawiens: der Genex-Turm. Tür an Tür leben hier Menschen, die das serbische Regime stützen – und solche, die es stürzen wollen. Der Turm ist wie ein kleines Serbien, ein Staat als Miniatur.

Reportage im NZZ am Sonntag Magazin →


Die Rache der Anna Ehrenstein

Von Lisa Pausch und Alessandra Röder

Foto: Philipp Funke

Der albanische Diktator Enver Hoxha hat ihre Familie terrorisiert, gefoltert und zum Teil getötet. Nun zieht die Künstlerin Anna Ehrenstein in Hoxhas einstige Villa ein.

Reportage bei Zeit.de →


Bosnier schicken ihre Stiere in den Kampf – und versöhnen die Menschen

Von Katharina Osterhammer und Franziska Wessel

Unter der Woche EU, am Wochenende Bosnien: Für viele Auswanderer wird die Stierweide zum Ort der Sehnsucht – und der Zugehörigkeit. Es geht um Schlamm und um Stolz

Reportage bei Geo.de →


Der Fluss der Toten

Von David Fuhrman und Tom Gath

Zwölf Menschen kentern im Morgengrauen auf der Drina und verschwinden im schwarzen Wasser. Der Grenzfluss ist Lebensader und Wassergrab zugleich. Im Osten Bosniens versuchen zwei Männer, den Toten ihre Würde zurückzugeben: mit QR-Codes, tiefgekühlten Knochen und Grabsteinen, die bleiben.


Wo das Morgen fehlt

Von Dune Korth und Joana Rettig

Die Romaviertel in Skopje gehören zu den ärmsten Orten Europas. Gjulizar und Makfira sind Freundinnen und teilen das Leben in der Siedlung aus Müll: Heirat im Kindesalter, Verlust, Sucht, Armut. Beide wollen nur eines: raus hier, den Kindern ein anderes Leben ermöglichen. Eine sucht ihr Glück in Deutschland, die setzt auf die Bildung der Töchter.